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Zukunftsszenario: „Arbeitswelten 4.0 - Wie wir morgen arbeiten und leben“

Im Rahmen des Verbundforschungsprojektes OFFICE21® vom Fraunhofer IAO entstand unter
Mitwirkung von über 100 Expertinnen und Experten das Szenario "Arbeitswelten 4.0". Es beschreibt die Veränderungen im Bereich Büro- und Wissensarbeit.

So sieht die dazu passende Personalpolitik in der Arbeitswelt 4.0 aus:

Eine der zentralen Thesen lautet: Die digitalen Möglichkeiten im Jahr 2025 bringen Zeitersparnis. Diese Zeit wird gebraucht, um sie für Innovation und Kreation zu nutzen. Denn nur innovative Unternehmen werden sich auf dem Weltmarkt behaupten können. Mit dem Wettbewerb geht eine erhöhte Belastung für die Beschäftigten einher. Als Lösung wird vorgeschlagen: „Die Arbeit, die eigenen Interessen und das soziale Umfeld sollten im Einklang stehen.“ Denn: „Lebensqualität ist leistungsfördernd“.

Die Unternehmen verfolgen zwei Strategien: Die einen unterstützen ihre Beschäftigten dabei, die eigenen Lebensentwürfe zu verwirklichen und schaffen es so, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Die anderen setzen sogenannte Cloud Worker ein: selbstständige Expertinnen und Experten, die projektbezogen für das Unternehmen arbeiten.

Unternehmen rekrutieren in der Zukunft ihre Fachkräfte bereits in der Schule und fördern gezielt ihre Ausbildung. Gleichzeitig wird die Erfahrung und das Know-How der älteren Beschäftigten von zentraler Bedeutung sein, so dass Seniorinnen und Senioren über das Rentenalter hinaus in die Unternehmensprozesse eingebunden bleiben.

Arbeitsplätze können dank digitaler Technik individuell gesundheitsfördernd eingerichtet werden. Beschäftigte können ihre jeweiligen Profile speichern und dann aktivieren, wenn sie an einem bestimmten Arbeitsplatz tätig werden.

Co-Working-Center bieten neuen Möglichkeiten, flexibel zu arbeiten: „High-Tech-Zentren“ sind technisch so ausgestattet, dass die Kommunikation mit dem eigenen Unternehmen reibungslos funktioniert, „Social-Center“ bieten Kinderbetreuung sowie andere Unterstützung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und in einem „Community-Center“ können sich Fachleute überbetrieblich austauschen und projektbezogen kooperieren.

Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort ist nicht mehr nötig, es bleibt mehr Zeit für die Familie und die eigenen Interessen und Hobbys.

Link:

Video mit weiteren und vertiefenden Informationen

Pflegebranche: Potenzial „Fachkräfte aus dem Ausland“ noch wenig genutzt

Trotz Fachkräftemangels tun sich Pflegeeinrichtungen und -dienste schwer, gezielt Beschäftigte aus dem Ausland für sich zu gewinnen. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung am Beispiel der Pflegebranche. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig in Deutschland hat derart große Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Trotzdem, so das Ergebnis der Unternehmensbefragung, hat bislang nur ein Sechstel der Pflegebetriebe versucht, Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren.

Für die repräsentative Studie befragte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) knapp 600 Unternehmen. 61 Prozent der Pflegeeinrichtungen haben Vakanzen, durchschnittlich sind dort 4,3 Stellen unbesetzt. Drei von vier Pflegeeinrichtungen, die vakante Stellen haben, bezeichnen die Suche nach geeigneten Fachkräften als schwierig. Trotzdem nimmt die Rekrutierung aus dem Ausland den letzten Platz ein unter den Strategien, mit denen die Pflegebranche diesem Arbeitskräftemangel begegnet. Gerade einmal 16 Prozent der Einrichtungen wählen diesen Weg. Lieber werben die Unternehmen Personal von der Konkurrenz ab (20 Prozent) oder versuchen, den Krankenstand abzusenken (83 Prozent).
Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen benötigen Unterstützung. Die Studie zeigt: Je größer das Unternehmen und je professioneller seine Personalabteilung, desto mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland gewinnt es. Kaum aktiv sind vor allem die ambulanten Pflegedienste, von denen nur jeder zehnte in den vergangenen drei Jahren Rekrutierungsversuche im Ausland unternommen hat. Dagegen war jede fünfte stationäre Krankenpflegeeinrichtung und Altenpflegeeinrichtung aktiv, um international zu rekrutieren.

Link:

Internationale Fachkräfterekrutierung in der deutschen Pflegebranche, Studie der Bertelsmann Stiftug 2015 

Nicht einmal die Hälfte der Beschäftigten kann Arbeitszeitwünsche verwirklichen

Millionen Beschäftigte würden gern kürzer oder länger arbeiten als ihre momentane Arbeitszeit vorsieht. Doch nur einer Minderheit gelingt es, diesen Wunsch umzusetzen, zeigt eine aktuelle Studie.

Gut die Hälfte der Beschäftigten ist mit ihrer aktuellen Wochenarbeitszeit unzufrieden. Das geht aus der Untersuchung einer Forschungsgruppe um den Arbeitszeitexperten Dr. Hartmut Seifert, Senior Research Fellow im Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, hervor. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Rahmen eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekts Daten des Sozio-oekonomischen Panels der Jahre 2011 bis 2014 ausgewertet. In jedem Beobachtungsjahr wurden mehr als 10.000 Beschäftigte befragt; die Ergebnisse sind repräsentativ für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland.

  • Kürzer arbeiten würden am liebsten rund 40 Prozent der Befragten in allen Beobachtungsjahren, wobei nur die gezählt wurden, deren Wunscharbeitszeiten um mehr als fünf Wochenstunden von den tatsächlichen Büro- oder Fabrikstunden abweichen (siehe auch die Infografik; Link unten). Darunter sind besonders viele Beschäftigte, meist Männer, die über 40 Stunden pro Woche arbeiten. Die Beschäftigten wären bereit, für eine Arbeitszeitreduzierung entsprechend auf Einkommen zu verzichten.
  • Länger arbeiten würden gern 12 Prozent. Dies sind überwiegend Frauen, die bisher nur 20 Stunden in der Woche oder weniger berufstätig sind. Gezählt wurden wiederum nur Beschäftigte, bei denen Wunsch und Wirklichkeit um mindestens fünf Wochenstunden auseinanderliegen.
  • Unabhängig vom Geschlecht am ehesten zufrieden mit ihrem zeitlichen Pensum sind Beschäftigte mit 34 bis 40 Stunden. Zwei Drittel von ihnen wollen gar keine Veränderung oder würden sich mit einer Anpassung von bis zu fünf Stunden pro Woche begnügen.

Diese Befunde bestätigen grundsätzlich die Ergebnisse früherer Untersuchungen. Neu ist, dass sich mit den gewählten Daten auch ermitteln lässt, inwieweit es Beschäftigten gelingt, ihre Arbeitszeitwünsche zu realisieren. Das kann grundsätzlich auf unterschiedlichen Wegen gelingen: Durch Veränderung der Arbeitszeit auf der bestehenden Stelle, durch einen Jobwechsel innerhalb des Betriebes oder durch Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber.

Betrachtet man diejenigen, die 2011 angegeben haben, gern deutlich kürzer arbeiten zu wollen, zeigt sich: Bis 2014 ist es nur rund 40 Prozent von ihnen gelungen, die tatsächliche Arbeitszeit um mindestens drei Stunden zu reduzieren. Von denen, die im Jahr 2011 eine Verlängerung anstrebten, konnten 44 Prozent ihren Wunsch bis 2014 umsetzen oder ihre Arbeitszeit wenigstens um drei Stunden aufstocken.

Diese relativ geringen Quoten zeigen nach Auffassung der Forschungsgruppe, dass gesetzliche oder tarifliche Regelungen zu Wahlarbeitszeiten dringend nötig sind. Alle Beschäftigte sollten verbriefte Ansprüche erhalten, die Arbeitszeiten nach ihren persönlichen Lebensbedingungen zu gestalten und bei Bedarf auch wieder zu ändern, schreiben die Forscher in den WSI-Mitteilungen.

Quelle:
Pressemitteilung des WSI vom 26.07.2016

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