Spielraum - Projekt Vereinbarkeit gGmbH
  • Moderne Unternehmenskultur
  • Fachkräftesicherung
  • Gut beraten in die Zukunft
  • VereinbarkeitPlus
  • Passgenaue Maßnahmen

Digitalisierte Arbeit: Mehr Flexibilität für die Familie

Setzen Unternehmen verstärkt auf mobiles Arbeiten, nehmen Beschäftigte ihren Arbeitgeber bzw. ihre Arbeitgeberin als besonders familienfreundlich wahr. Das zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Für Beschäftigte ist die Digitalisierung eine Chance, Familie und Beruf besser zu vereinbaren – und die Unternehmen macht die Digitalisierung für Fachkräfte attraktiver.

Inzwischen arbeiten rund 57 Prozent der Deutschen digital und mobil, jeder bzw. jede Fünfte nutzt mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet beruflich sogar häufig. Doch wie die IW-Studie zeigt, müssen Familie und Freizeit darunter nicht leiden. Im Gegenteil: Die Digitalisierung – richtig eingesetzt – macht Unternehmen familienfreundlicher. Ausschlaggebend dafür sind Arbeitszeiten, die auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgestimmt sind. Inzwischen bieten 75 Prozent aller stark digitalisierten Betriebe – sogenannte Unternehmen 4.0 – flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten an, zeigt die IW-Studie. Bei weniger digital aufgestellten Firmen sind es rund 60 Prozent. In etwa 85 Prozent der Unternehmen 4.0 können Beschäftigte ihre Arbeitszeiten zudem individuell vereinbaren. Und rund 60 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Unternehmen fühlen sich von ihren Vorgesetzten darin unterstützt, Familie und Beruf besser zu vereinbaren.

„Mobil arbeitende Menschen sind eher in der Lage, Beruf und Familie miteinander zu verbinden“, sagt IW-Wissenschaftler Oliver Stettes. Dies führt zu einer größeren Zufriedenheit der Beschäftigten. Mehr als vier von zehn der häufig mobil arbeitenden Angestellten stufen ihren Arbeitgeber bzw. ihre Arbeitgeberin als ausgeprägt familienfreundlich ein. Von den nie mobil arbeiten Beschäftigten ist es nur jeder Vierte bzw. jede Vierte. „Digitale Technologien bieten Unternehmen neue Möglichkeiten, Arbeit zeitlich und räumlich flexibler zu organisieren, um attraktiver für Fachkräfte zu werden“, sagt Oliver Stettes.

Link:
IW-Pressemitteilung - Nr. 72 vom 24. November 2016

Mitmachen: Wertewelten Arbeiten 4.0 – Welcher Arbeitstyp sind Sie?

Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie in der Arbeitswelt heute und für die Zukunft? Mit dem Online-Tool „Wertewelten Arbeiten 4.0 – Welcher Arbeitstyp sind Sie?“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) können Interessierte herausfinden, welche Idealvorstellungen von Arbeit sie haben. Der interaktive Selbsttest basiert auf der innovativen Wertewelten Arbeiten 4.0-Studie des BMAS und der Nextpractice GmbH.

Gestützt auf über 1.000 repräsentativen Tiefeninterviews macht die Studie Wertvorstellungen in sieben Wertewelten sichtbar und zeigt so die zunehmende Vielfalt der Ansprüche von Erwerbspersonen in Deutschland an ihre Arbeit. Studie und Online-Tool sind Teil des Dialogprozesses Arbeiten 4.0, den das BMAS im April 2015 mit Vorlage des Grünbuchs Arbeiten 4.0 startete.

Links:

Online-Tool (und Erläuterung)

Studie "Wertewelten Arbeiten 4.0"

Neue Arbeitsstättenverordnung: Schutz und Sicherheit von Beschäftigten am Arbeitsplatz werden modernisiert

Das Bundeskabinett hat am 2. November 2016 die novellierte Arbeitsstättenverordnung beschlossen. Die Vorgaben und Regelungen dienen dazu, die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit der Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam zu schützen und Arbeitsabläufe menschengerecht zu gestalten.

Die Regelungen der Arbeitsstättenverordnung im Überblick

Telearbeitsplätze

Aufgrund des Wandels in der Arbeitswelt und der Forderung nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden klare Regelungen für Telearbeitsplätze in die Arbeitsstättenverordnung aufgenommen. Damit werden rechtliche Unklarheiten in der Praxis beseitigt. Telearbeitsplätze sind vom Arbeitgeber für einen festgelegten Zeitraum eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten. Telearbeit erfordert klare Rahmenbedingungen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten. Grundlage ist eine Vereinbarung mit dem Beschäftigten über die Einrichtung eines Bildschirmarbeitsplatzes im Privatbereich, über die Arbeitszeit und die Arbeitsbedingungen/Arbeitsplatzgestaltung. Mit der Regelung wird gleichzeitig klargestellt, dass beruflich bedingte "mobile Arbeit", z.B. das gelegentliche Arbeiten mit dem Laptop in der Freizeit oder das ortsungebundene Arbeiten, wie unterwegs im Zug, nicht vom Anwendungsbereich der ArbStättV erfasst wird. Dieses Beispiel war in den Medien immer wieder fälschlicherweise als "Telearbeit" und als übertriebene Bürokratie dargestellt worden.

Arbeitsschutz-Unterweisung

Durch die Arbeitsschutz-Unterweisung werden die Beschäftigten in die Lage versetzt und aktiv dazu angehalten, sich bei der Arbeit und in Notsituationen sicherheitsgerecht zu verhalten. Die Pflicht zu einer solchen Unterweisung bestand bereits bisher. Jedoch fehlten die entsprechenden Hinweise, über welche Gefährdungen die Beschäftigten unterwiesen werden müssen (z.B. Brandschutzmaßnahmen, Erste Hilfe, Fluchtwege und Notausgänge). Die Änderung ist also eine praxisgerechte Konkretisierung für Arbeitgeber, damit diese einer jetzt schon bestehenden gesetzlichen Verpflichtung besser nachkommen können.

Umgang mit psychische Belastungen

Künftig müssen auch psychische Belastungen bei der Beurteilung der Gefährdungen (Gefährdungsbeurteilung) berücksichtigt werden. Dies wird grundsätzlich bereits mit dem Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben. Für Arbeitsstätten wird dies jetzt konkretisiert und betrifft z.B. Belastungen und Beeinträchtigungen der Beschäftigten durch störende Geräusche oder Lärm, ungeeignete Beleuchtung oder ergonomische Mängel am Arbeitsplatz.

Sichtverbindung aus Arbeitsräumen nach außen

Die Regelung der Sichtverbindung nach außen gilt für dauerhaft eingerichtete Arbeitsplätze und für sonstige große Sozialräume; sie gilt nicht für jede Art von Sanitärräumen. Die Regelung stellt klare und einheitliche Anforderungen, wie möglichst ausreichend Tageslicht und eine Sichtverbindung aus Arbeitsräumen nach außen gewährleistet werden können. Lassen die baulichen oder betrieblichen Gegebenheiten eine Sichtverbindung nach außen nicht zu, z.B. in Bereichen von Flughäfen, Bahnhöfen, Sportstadien oder Einkaufszentren, kann von einer Sichtverbindung nach außen abgesehen werden. Die Regelung zur Sichtverbindung nach außen war bereits von 1975 bis 2004 Teil der Arbeitsstättenverordnung. Neu ist in der Arbeitsstättenverordnung die eindeutige Auflistung von Ausnahmen, die Missverständnisse und Unklarheiten vermeidet und die besondere Erfordernisse in der Praxis im Blick hat.

Nach dem Kabinettbeschluss wird die Verordnung zügig im Bundesgesetzblatt verkündet und am Tag nach der Verkündung in Kraft treten.

Quelle:
Pressemitteilung des BMAS vom 02.11.2016

Spielraum - Projekt Demografie

Logo Spielraum - Projekt Demografie

Fachkräftesicherung - Unsere Angebote für Unternehmen

Logo VereinbarkeitPlusLogo unternehmensWert:Mensch